Tierfotografie Teil 01: Einleitung Motiv Tier – tierisch gut

Tutorialserie Tierfotografie für jedermann

Hier sind die Teile der Tutorialserie zur Tierfotografie von Nicole Jeanette Noack (einige sind noch nicht veröffentlicht):

Teil 01 – Einleitung: Motiv Tier – Tierisch gut!
Teil 02 – Die richtige Ausrüstung
Teil 03 – Die Hauptprobleme: Licht & Schärfe
Teil 04 – Auf den Ausschnitt kommt es an!
Teil 05 – Shootingvorbereitungen und -planung
Teil 06 – Hundefotografie
Teil 07 – Katzenfotografie
Teil 08 – Pferdefotografie
Teil 09 – Kleintierfotografie
Teil 10 – Indoor-Shootings – Die Studiofotografie
Teil 11 – Outdoor-Shootings
Teil 12 – Bildbearbeitung
Teil 13 – Diverse allgemeine Tipps

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In einer 13-teiligen Tutorial-Serie möchte ich gern etwas über meine Leidenschaft Tierfotografie erzählen. Sie werden u.a. etwas über die richtige Vorbereitung und Ausrüstung sowie Tipps zu In- und Outdoorshootings erhalten. In einzelnen Tutorials werde ich näher auf die Hunde-, Katzen-, Pferde- und Kleintierfotografie eingehen. Außerdem werden im Anschluss ein paar Vorschläge zur Bildbearbeitung via Photoshop sowie allgemeine Tipps zur Fotografie mit der digitalen SLR aufgeführt.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und würde mich freuen, wenn der ein oder andere noch etwas für sich und seine Arbeit daraus mitnehmen kann. Ich versuche, so viel wie möglich über die digitale Fotografie zu lesen und mich im Selbststudium voranzubringen. Doch auch ich stehe erst am Anfang einer langen Reise.

1. Einleitung

Unter den vielen Dingen, die den Menschen schon seit langer Zeit begeistern, gibt es zwei, die sich wundervoll verbinden lassen! Die Kreativität ist es, die den Fotografen antreibt, ihn immer wieder mit neuen Herausforderungen lockt. Im Kopf nur ein Ziel. Seine Mission: Einen wunderbaren Moment im Bild festzuhalten. Das ist die Begeisterung Fotografie! Die Leidenschaft, Dinge, die uns gefangen nehmen, für immer festhalten zu wollen.

Am ehesten wird der Fotograf dabei ein Motiv suchen, das ihn selbst zu begeistern vermag! Den einen führt die Kamera dabei durch manch verlassenen Landstrich, den anderen in die Großstadt.

Kommen wir jedoch zum eigentlichen Thema dieses Tutorials und meinem Wunsch, Ihnen die Tierfotografie ein Stück näher zu bringen. Die Tierfotografie gewinnt immer mehr an Beliebtheit. Denn statistisch gesehen wohnt in jedem zweiten Haushalt ein Haustier bzw. lebt jeder dritte Mensch in Deutschland mit einem Tier zusammen. In unserem Land leben rund 23 Millionen Haustiere. Tendenz steigend. Aquariumfische und Terrarienbewohner sind hier noch nicht einmal mit eingerechnet! In der Beliebtheitsskala liegt die Katze mit über 7 Mio. auf Platz 1, danach folgen die “Kleinsten” (Meerschweinchen, Kaninchen & Co.) mit fast 6 Mio. Und – natürlich der beste Freund des Menschen – der Hund, ganz knapp dahinter mit ca. 5,0 Millionen.

Wer also Spaß an der Fotografie hat und dazu noch eigene Tiere sein Eigen nennen darf, der wird sehr oft seine vierbeinigen Freunde als Motive nutzen. Wer dabei noch einige Tipps braucht oder ganz neu in die Tierfotografie einsteigen möchte, dem möchte ich in meinem Tutorial ein paar Dinge näherbringen, wie dies vielleicht ein bisschen leichter und eventuell sogar noch ein bisschen besser funktioniert.

2. Der Tier-Knigge

Im Folgenden möchte ich einige Punkte aufführen, die jeder wissen und beachten sollte, der mit Tieren arbeitet. Sie müssen diesem Tutorial einfach vorausgehen, auch wenn das meiste davon eigentlich selbstverständlich ist.

a) Das A und O der Tierfotografie: Das Motiv
Das Wichtigste bei der Tierfotografie ist, ganz egal ob der Fotograf fremde oder eigene Tiere fotografiert, ob dies als Hobby oder beruflich ausgeübt wird: Das Wohl der Modelle vor der Kamera! Das ist das A und O auf dem Weg zur perfekten Aufnahme. Es sind keine Zweibeiner, denen der Fotograf sagen kann, in welcher Pose er es jetzt gern ablichten möchte. Natürlich mag er es versuchen, doch mehr als den Spott des Tierbesitzers wird er sich damit sicherlich nicht einhandeln. Haben Sie schon einmal versucht, eine Katze zu etwas zu überreden? Ja? Dann wissen Sie ja, was ich meine. Was ich sagen möchte: Die Tiere haben die Entscheidung nicht selbst getroffen, sich einem Fotoshooting zu unterziehen. Nein. Das waren Herrchen und Frauchen. Und vielleicht hat Wauzi gerade einen schlechten Tag. Noch dazu befindet er sich wohlmöglich in einer völlig fremden Umgebung. Und als wäre all das noch nicht genug, kommt da noch jemand mit einem seltsamen Gerät in der Hand angelaufen, das merkwürdige Geräusche macht. Das unter diesen Umständen schnell einmal Unbehagen oder sogar Angst beim “Patienten” aufkommen kann, ist vorhersehbar.

Das Letzte, was ein Fotograf aber möchte, ist ein verängstigtes oder sich gerade zur Flucht bereit machendes Tier. Denn egal, was Photoshop für Möglichkeiten bietet, die Aufnahme wird nie das gewünschte Ergebnis zeigen. Der Tierbesitzer wird niemals glücklich über die Aufnahmen sein! Das Wohl der Tiere muss beim Fotografieren also immer eine allgegenwärtige und stets zu berücksichtigende Sache sein. Die Vierbeiner haben dabei das große Glück, dass der Fotograf das alleine schon um gute Aufnahmen zu erzielen berücksichtigen muss. Der Kunde ist König. Die Fellnase ist der Kaiser. Zumindest, wenn sie auf meinem Fototisch landet. Dann klappt es von ganz allein mit den Aufnahmen.

Die Katze auf diesem Bild fühlt sich unwohl. Sie hat sich zusammengekauert und wartet auf den nächsten Moment, um vom Tisch zu hüpfen. Ihr Gesichtsausdruck ist alles andere als entspannt.

Spike auf diesem Bild ist ein Tierheimhund, den wir für die Vermittlung fotografieren wollten. Er zeigte sich – da erst wenige Tage im Heim – als sehr ängstlich und hatte die ganze Zeit eine geduckte Körperhaltung und den Schwanz zwischen die Beine gedrückt. Auf dem Bild sieht man gut, wie Spike sich innerlich fühlte.

Dieses Foto von Spike entstand, nachdem er sich an die Kamera und mich gewöhnt hatte. Manchmal braucht es einfach ein wenig Zeit und alles wird gut. Spike war zwar ängstlich, aber ein so hübscher Hund, dass er schon zwei Tage später vermittelt wurde.

Diese Ragdoll ist das absolute Gegenteil. Sie fühlt sich so wohl in ihrer heimischen Umgebung, dass sie sich sogar auf den Rücken legt und regelrecht vor der Kamera in Pose geht.

Auch diese Maine Coon zeigt sich völlig relaxt und lässt sich von ihrer schönsten Seite ablichten. Gerade weil diese Modelle so selten sind, lässt sie kein Fotograf gern wieder vom Tisch. Hier gilt einfach draufhalten und am Ende die Schönheit der Bilder auf der Festplatte genießen!

Doch die Faktoren Nervosität und Angst müssen nicht unbedingt nur bei fremden Tieren eine Rolle spielen. In jedem Fall sollten Sie bemüht sein, dem Vierbeiner ein Shooting so angenehm wie möglich zu gestalten. Eine ruhige Umgebung ohne äußere Stresseinwirkung. Kleintiere und Exoten befinden sich auf dem Fototisch meist außerhalb ihres heimischen Lebensraums.

Wenn sie dann aus Angst auf den Boden springen, können sie sich dabei schwer verletzten. Auch Katzen können mitunter sehr nervöse Tiere sein. Eine ungewohnte, schnelle Bewegung oder ein zu aufdringliches Verhalten mit der Kamera kann sie zur Flucht veranlassen. Wenn ich auf Veranstaltungen Fotoshootings mache, achte ich inzwischen auf eine möglichst ruhige Umgebung. Denn auch ausstellungserprobte Rassekatzen können sich auf dem Fototisch in Nervenbündel verwandeln, wenn plötzlich am Nebenstand der Lärm tobt.

Wer mit Hunden Studioaufnahmen plant, sollte direkt im Vorhinein viele Pausen in seiner Planung berücksichtigen. Kurze Verschnaufpausen, in denen Wasser gereicht wird und sich die Fellnase ein wenig ausruhen kann. Denn bei Hundeshootings werden immer wieder Kommandos gefordert. Sitz, Platz, Bleib. Das ist auch für die Tiere anstrengend.

Bei Kleintieren und Katzen hingegen versuche ich nach der Eingewöhnungszeit möglichst schnell viele Fotos zu machen. Die wenigsten dieser Tiere sind für lange Shootings geschaffen. Ein guter Katzenflüsterer kann vielleicht mit einem Spielzeug noch seine Überredungskünste spielen lassen, bei einer Bartagame dürfte dies jedoch ein aussichtsloses Unterfangen sein. Außerdem sollte die Shootingzeit nicht unnötig in die Länge gezogen werden.

Ein Abbruch ist immer dann erforderlich, wenn das Tier Anzeichen von Stress oder Anspannung zeigt. Nicht erst abwarten, bis das Tier sprichwörtlich die “Schnauze voll” hat! Alles andere ist nicht nur tierunfreundlich, sondern kann auch mal ins Auge gehen.

Diese Möhre versüßt dem kleinen Mümmel doch direkt das Shooting. Später kann sie immer noch wegretuschiert werden, falls nötig.

Ein Belohnungsleckerli auf dem Hundeplatz. Aber auch in der Tasche eines Tierfotografen sind solche Leckereien nie verkehrt. Sie sollten aber vorher Herrchen oder Frauchen um Erlaubnis fragen.

Die Igeldame Nuffinchen konnten wir problemlos auf dem Rasen fotografieren. Sie fühlte sich nicht bedroht von mir, da ich auf Abstand blieb, und nach ein paar Runden über den Rasen durfte sie auch wieder in ihr sicheres Quartier zurück.

Unter den Rubriken Hund, Katze, Pferd und Kleintiere wird noch einmal detailliert auf die rassespezifischen Besonderheiten bei einem Shooting eingegangen.

Wenn Sie also gelernt haben, sich unsichtbar zu machen und die Gedanken Ihres Tieres zu lesen, können wir mit der zweiten Lektion fortfahren.

b) Wuff! Wer bist du denn?
Generell gilt beim Fotografieren fremder Tiere: Stell dich vor. Wie? Nicht anders als bei zweibeinigen Modellen auch! Haben Sie selbst Tiere? Ich ja! Und ich erwarte von allen Personen, die beruflich mit meinen Tieren zusammen kommen, egal ob Tierarzt, Physiotherapeut oder Hufschmied, dass sie sich meinen Tieren “vorstellen” und nicht direkt mit ihrer Arbeit beginnen, als würden sie ein paar Schuhe neu besohlen.

Bei Hunden greife ich sogar zu fiesen Tricks, natürlich nur wenn Herrchen einverstanden ist. Ein Leckerli zur Begrüßung, und oftmals ist ein neuer Freund gewonnen. Jetzt schaut es sich doch direkt viel freundlicher in die Kamera! Vorstellen ist also nicht nur eine Frage des Anstands, sondern auch noch äußerst nützlich für den Fotografen. Bei Giftschlangen & Co. darf hier unter Umständen eine Ausnahme gemacht werden. Mäuse reichen ist weder jedermanns Sache noch wirkt das Objekt danach besonders “formschön” auf den Bildern.

c) Die Sicherheit von Mensch und Tier
Der Besitzer des Vierbeiners sieht es sofort und wer allgemein mit Hund, Katze, Maus gut vertraut ist, der wird schnell erkennen, wenn es dem tierischen Modell nicht gut geht. Egal ob Stress, Nervosität oder Müdigkeit, das alles sind Anzeichen, dem Tier eine Pause zu gönnen oder gar das Fotografieren ein andermal fortzusetzen. Denn sonst kann es passieren, dass das Tier berechtigterweise mit Aggression reagiert und sich so Ruhe vor dem Fotografen und seiner aufdringlichen Kamera verschafft.

Dieser 8 Wochen alte Labrador hat für sich entschieden, dass er jetzt eine Pause braucht. Wie bei allen Babies gehört Schlaf zum Hauptbestandteil seines jungen Lebens. Zwei Stunden hält es diesen Hund maximal auf den Beinen, dann braucht er eine mindestens gleichlange Schlafpause. Das muss bei einem Shooting mit Tierbabies immer eingeplant und berücksichtigt werden.

Diesen Hund hat es mitten im Studio übermannt. Das vorherige Outdoor-Shooting hat diesen sonst stets unermüdlich tobenden Setter wohl doch mehr beansprucht als eingeplant. Wenn die tierischen Modelle müde sind, entstehen natürlich keine besonders spannungsgeladenen Bilder.

Ziel dieser Attacke wäre wohl kein Fotograf gerne. Wie gut, dass es sich bei dem anvisierten Feind nur um einen Wasserstrahl handelt!

Wer sich also anständig vorgestellt hat, falls nötig, und noch dazu auf die Stimmung des Motivs achtet, der hat die halbe Miete eingefahren. Dennoch gibt es immer eine gewisse Unfallgefahr für Mensch und Tier, und das sollte nicht vergessen werden. Was gestresste Exoten wie Schlangen, Spinnen oder Skorpione anrichten können, weiß jedes Kind. Aber auch ein Hund kann unter Umständen kräftig zulangen, wenn der Fotograf ihn zu lange reizt, und wer schon einmal die Krallen einer Katze im Gesicht hatte, weiß, dass dieser Attacke am besten aus dem Weg gegangen wird.

Auch ich wurde schon – zugegebenermaßen harmlos – attackiert. Während eines großen Katzenshootings wollte ich bei einer kurzen Pause ein weiteres Modell in meine Sammlung aufnehmen. Einen kleinen Papagei, der mir bereits als “leicht zickig und frauenfeindlich” vorgestellt wurde. Er nahm mir die 2-3 Aufnahmen so übel, dass er mir, sobald sich die Gelegenheit bot, beim Fotografieren unbemerkt auf den Arm kletterte und zupickte. Auch zu einem blauen Auge hat es schon gereicht, als mein glücklicherweise eigenes Pferd sich im Strick verfing und in Panik geriet. Haben Sie schon einmal 600 kg vor Angst davongaloppieren sehen? Wenn ja, wissen Sie ja, dass es besser ist, mit der Kamera nicht in Fluchtrichtung zu stehen. Zugegeben, es gibt gefährlichere Berufe, aber dieser soll ja vorrangig auch nur eins machen: nämlich Spaß! Ein gewisses Restrisiko besteht immer und ohne das wäre es vermutlich auch langweilig. Sonstige Überraschungen sind immer willkommen, aber keine, die zu Lasten der Gesundheit von Mensch und Tier gehen.

TIPP: Fragen Sie den Besitzer des Tieres doch einfach, ob es Dinge gibt, die es nicht sonderlich mag. Gerade bei Tierheimtieren, die manchmal vorbelastet sind und bei bestimmten Berührungen durch Dritte auch mal zupacken können, sollte der Fotograf besser darum wissen.

Hier haben wir den kleinen Frechdachs. Ihm hat das Fotoshooting gar nicht gefallen.

Auch wenn es nicht danach aussieht: Dieser noch sehr junge, kesse Perserkater wollte wirklich nur spielen! Gerade macht er sich bereit, sein Spielzeug anzugreifen, das neben dem Fotoapparat baumelte. Es dürfen auch gern einmal lustige Aufnahmen dabei sein!

d) Sag mir, wie dein Hund ist und ich sage dir, wie die Fotos werden
Wenn Sie fremde Tiere fotografieren, machen Sie sich doch eine kleine Liste, was Sie den Tierbesitzer vor dem Shooting fragen möchten. Hier ein paar Vorschläge:

– Was mag das Tier nicht? Was sollte ich vermeiden?
– Gibt es typische Merkmale, Dinge, die es gern macht?
– Bei Hunden: Welche Kommandos kennt das Tier?

Wie ich später noch unter Shooting-Vorbereitungen erkläre, ist es sinnvoll, das Tier nicht nur seinen rassespezifischen Merkmalen entsprechend abzulichten, sondern auch mal bei typischen Gewohnheiten oder in üblicher Pose. Einige Hunde lassen sich furchtbar gern am Bauch kraulen, das kann ein tolles Motiv sein!

Die hier abgelichtete Golden Retriever Hündin Bijou tobt am liebsten – zum Leidwesen der Besitzer – mit ihrer Leine herum und schüttelt sie wie wild durch die Gegend. Also haben wir sie einfach dabei fotografiert.

Diese junge Schäferhündin Anka zeigt sich auch von ihrer besten Seite.

Diese Zirkusnummer entstand bei dem Versuch, eine sehr pferdescheue Dogge mit der Haflinger-Stute Emma aufs Bild zu bringen. Da es für Emma nichts Schöneres gibt als am Bauch gekrault zu werden, hebt sie auffordernd ihr Bein! Vielleicht keine Aufnahme fürs Wohnzimmer, aber immerhin ein außergewöhnliches Motiv.

Bei Hundeshootings kann die Frage nach dem Erziehungsstand Aufschlüsse über die benötigte Fotozeit geben. Ein Hund, der korrekt und schnell die Anweisungen seines Herrchens umsetzt, ist natürlich viel leichter zu fotografieren als ein Hund, der keine Kommandos kennt oder sie nur schlecht befolgt. Wird der beste Freund des Menschen im Freien abgelichtet, ist es immer von Vorteil, wenn das Modell sich ohne Leine und Halsband bewegen kann, ohne dass der Besitzer nachher Zeitungsanzeigen schalten muss. Falls das nicht möglich ist, gibt es auch hier ein paar Tricks (siehe Outdoor-Shootings), um trotz “Anhängsel” schöne Fotos zu machen. Dank Photoshop kann der Fotograf auch einiges davon wieder loswerden.

e) Geduld wirst du brauchen …  en masse!
Gut Ding will Weile haben, und das ist ganz besonders in der Fotografie ein zutreffendes Zitat. Denn während Herrchen und Gehilfen versuchen, den Hund zum Sitz zu überreden, werden die Arme des Fotografen immer schwerer. Wer dann den Fehler macht, vorschnell aufzugeben, der verpasst vielleicht den einen wahren Moment. Verfügen Sie also nicht über muskelgestählte Oberarme und vor Ihnen sitzt ein kleiner Zappelphilipp, sollten Sie es mit einem Stativ versuchen. Außerdem braucht der Fotograf, um dem Aufkommen von Frust und Müdigkeit entgegenzuwirken, einen sehr, sehr geduldigen Charakter. Falls nicht, muss er daran arbeiten oder sich der Landschaftsfotografie zuwenden. Wahrscheinlich haben Sie noch nicht ganz raus, wie Sie mit Ihren vierbeinigen Modellen sprechen können und können somit nur schwerlich die nächste Pose in Auftrag geben. “So, jetzt bitte einmal die gleiche Aufnahme, aber ohne Zunge. Ja, so ist es super! Jetzt beide Ohren zu mir, Baby. Die rechte Lefze noch ein Stückchen nach unten und… Ja, das ist es! So bleiben!” Schön wär’s! Da dem nicht so ist, kann eine lange Zeit vergehen, bis die gewünschten Bilder im Kasten sind.

Doch die Herausforderung hat auch etwas Gutes: Je anstrengender das Shooting und je schwieriger das Tier abzulichten ist, desto mehr freuen Sie sich später über die ein oder andere trotzdem gelungene Aufnahme!

Wenn der Lappen gar nicht drin bleiben will, dann muss das Spielzeug eben mit aufs Bild. Immer noch schöner als eine lange, rosa Zunge.

Hier der typische unschöne Mund. Die Zähne sind zu sehen, die Lefze hängt auf halb acht. Neben den Ohren können Mund und Zunge ausschlaggebend für ein gutes oder schlechtes Hundebild sein. Die wunderschöne Mischlingshündin Bonnie zeigt hier nicht gerade ihre Schokoladenseite.

Na also, es geht doch. Zunge drin und kein Schmollmund mehr zu sehen. Jetzt zeigt Bonnie endlich, wie hübsch sie wirklich ist! Das freut Fotografen und Herrchen gleichermaßen.

Aber keine Sorge, es gibt etliche unentdeckte Mannequins unter unseren vierbeinigen Freunden. Es dauert nur Minuten und der Fotograf freut sich über viele wunderschöne Aufnahmen.

f) Einfallsreichtum und Spontanität
Auch von diesen beiden Tugenden sollten Sie reichlich besitzen. Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben sich zu einem Outdoor-Shooting verabredet und der Himmel zieht auf einmal zu. Ein spontanes Umdisponieren ist vonnöten, wenn der Termin nicht verschoben werden soll. Überlegen Sie sich also immer Alternativen und planen Sie stets genügend Zeit ein, damit auch nichts schief geht.

Also, fassen wir unsere Einleitung einmal kurz zusammen: Respekt vor und Liebe zu Tieren, eine große Portion Geduld und nicht zuletzt einen Funken Spontanität! Wer diese drei Dinge im Gepäck hat, der wird seine perfekten Aufnahmen ganz sicher schon bald finden! Ich wünsche viel Glück dabei!

Nicole Jeanette Noack
– Tierfotografie mit Herz –

Über die Autorin:

Nicole Jeanette Noacks größte Leidenschaft ist die Tierfotografie. Als Hobbyfotografin ist sie auf Ausstellungen, Reitturnieren und anderen tierischen Veranstaltungen unterwegs. Sie führt In- und Outdoorshootings mit großen und kleinen Vierbeinern durch und im Vordergrund ihrer Arbeit steht natürlich immer das Motiv. In ihrer Tutorialserie möchte sie gern ein bisschen über ihr Hobby und ihre Erfahrung als Tierfotografin erzählen.

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